Die Vorbereitungen
Die Vorbereitungen liefen: Verschiedene Akteure sammelten sich, um den Weg für die künftige GWG Reutlingen zu ebnen.
Im April 1951 liefen die Vorbereitungen für die Gründung der GWG auf Hochtouren. In intensiven Beratungen entstand ein Konzept, das wirtschaftliche Stabilität mit sozialer Verantwortung vereinte. Die vier Industrieunternehmen Stoll, Wangner, Finckh und Egelhaaf beteiligten sich mit jeweils 5.000 DM. Gemeinsam mit der Stadt Reutlingen und der Kreisbaugenossenschaft brachte die künftige GWG damit ein Stammkapital von 100.000 DM auf – Schritt für Schritt nahm die Idee einer gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Gestalt an. Parallel dazu wurden Verträge finalisiert, Finanzierungen geklärt und organisatorische Strukturen festgelegt. Ziel war es, den Wohnungsbau künftig effizient und verlässlich zu steuern. Die Stadt befand sich mitten im Wiederaufbau; viele Quartiere lagen noch in Trümmern. Doch am Horizont zeichnete sich bereits ab, was am 11. Mai 1951 Wirklichkeit werden sollte: die Gründung der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft Reutlingen mbH.
Eine besondere Rolle spielte dabei die Kreisbaugenossenschaft, die für Mitbestimmung und Mitverantwortung im Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter stand. Von Anfang an galt: Wer eine GWG-Wohnung mieten wollte, musste Mitglied der Genossenschaft sein. In den Vertreterversammlungen konnten die Mieterinnen und Mieter ihre Interessen einbringen und drei Mitglieder in den Aufsichtsrat entsenden. Bis heute hält die WGR – Wohnungsgenossenschaft Reutlingen eG, Nachfolgerin der Kreisbaugenossenschaft – 22,3 Prozent der GWG-Anteile. Im Mai ist es so weit: Der Gründungstag rückt näher!