März // 75 Jahre GWG:

Der Weg zur Gründung

Unsere Jubiläumsserie blickt im März auf die Jahre vor 1951: eine Zeit voller Aufbruch, Unsicherheit und strategischer Weichenstellungen – und der Beginn der GWG‑Geschichte.

Der Weg zur Gründung der GWG war ein langjähriger Prozess. Nachdem der Bau- und Sparverein 1941 mit der Kreisbaugenossenschaft verschmolzen war, übernahm Oberbürgermeister Oskar Kalbfell 1945 den Vorsitz des Aufsichtsrats – ein deutliches Signal für den geplanten Wiederaufbau.

Die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg war dramatisch: zerstörte Häuser, überfüllte Wohnungen und zahlreiche Geflüchtete aus den deutschen Ostgebieten verschärften die Lage massiv. Private Wohnungsbesitzer mussten Räume abtreten, da die öffentliche Wohnraumbewirtschaftung tief in persönliche Lebensbereiche eingriff. Ohne den Neubau von Unterkünften war keine Entlastung möglich.

Mit der Währungsreform setzte ein unerwartet schneller Wirtschaftsaufschwung ein, der den Bedarf an Wohnraum weit über die ursprünglichen Annahmen hinaussteigen ließ. Die Stadt wollte daher nicht nur Bauland bereitstellen, sondern die Wohnungsbaupolitik aktiv mitgestalten. Gleichzeitig suchte sie nach verlässlichen Partnern, um den Wiederaufbau finanziell abzusichern.

So entstand das Fundament, auf dem bald die Gründung der GWG folgen sollte – ein Moment, dem die Stadt bereits entgegenfieberte. Im April geht es weiter mit den Akteuren, die den Anfang unserer Geschichte prägten.