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  • Floors : Anspruchsvolle Sanierung und Restauration am westlichen Rand der Reutlinger Altstadt.
  • Posted On: Feb 11, 2016

Denkmalschutz par excellence: Das Reutlinger Spendhaus

 

Das Ende der 1550er-Jahre am westlichen Rand der Altstadt errichtete Gebäude gehört zu den wenigen Hausbauten, die den großen Reutlinger Stadtbrand von 1726 überstanden haben. Das zweigeschossige Ackerbürgerhaus in der Spendhausstraße 5 hat durch seine Tenneneinfahrt ein auffallend hohes Erdgeschoss und besitzt einen ungewöhnlichen Grundriss, der einem verzogenen Parallelogramm ähnelt.

 

Die GWG widmete sich bei diesem vormals städtischen Gebäude einer besonderen Aufgabe: der Denkmalpflege. Bei dieser anspruchsvollen Art der Sanierung ist die Erforschung der Baugeschichte des Hauses eine wichtige Voraussetzung. Deshalb betreute der zuständige Gebietsreferent der Bau- und Kunstdenkmalpflege im Regierungspräsidium Tübingen die Baumaßnahme. Die erforderlichen archäologischen Untersuchungen wurden umbaubegleitend von März bis September 2010 durchgeführt.

 

Nach der Bestandsaufnahme erarbeitete die Geschäftsführung der GWG gemeinsam mit der Volkshochschule Reutlingen (als heutigem Nutzer) und dem Gebietsreferenten der Bau- und Kunstdenkmalpflege die Konzeption und Umbauplanung für das Gebäude. Bei Ortsterminen stimmten sie im Detail ab, welche Bauteile erhalten bleiben und wie die Sanierungsarbeiten durchgeführt werden.

 

In Kleinstarbeit wurde anschließend Wand für Wand saniert, teilweise ersetzt und das Gebäude in seinen ursprünglichen Zustand gebracht. Die schwierigste Aufgabe bestand darin, die extreme Schiefstellung zu beseitigen und die Wände lotrecht zu stellen, damit die statischen Anforderungen eingehalten werden konnten.

 

Fehlende Streben und Kopfbänder wurden ersetzt, die freigelegten Lehmwickel in den Balkengefachen weitestgehend erhalten und wo notwendig mit Lehm ergänzt. Auch schadhafte Flechtwände aus Haselnussholzgeflecht und Lehmverkleidung wurden fachmännisch ausgebessert. Die bemalten Wandflächen im Erd-, Ober- und Dachgeschoss wurden restauriert und ergänzt.

 

Der Dank für das eingebrachte Wissen, den Einsatz und die gute Zusammenarbeit gilt den Handwerkern, Bauforschern, Restauratoren  sowie zuständigen Mitarbeitern der Abteilung Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Tübingen.

 

Diese „Denkmalarbeit“ ging über reine Bauleistung hinaus und zeigt auch in diesem speziellen Fall wunderbar die Philosophie der GWG, die geprägt ist vom Gedanken der Nachhaltigkeit und Werterhaltung.